TuSpo Röllshausen 1919 e.V.

Fußbälle in den Anfangsjahren Mangelware und von schlechter Qualität

Konrad Selentschik, 22.02.2021

Fußbälle in den Anfangsjahren Mangelware und von schlechter Qualität

1925: Ein neuer Fußball aus Amerika (USA) für 5 Dollar …
Ein Netz voller Fußbälle zum Training oder zum Spiel, wie heute üblich,  gab es in den Anfangsjahren des Fußballs in Röllshausen nicht. Noch Ende der 1960er - Jahre verfügte der Verein über ganz wenige Fußbälle. Es war ein Ball aus Niederschelden bei Siegen, mit dem man 1919 in Röllshausen Fußball zu spielen begann.

Die Bälle jener Jahre waren aus einzelnen Lederstücken (von Schustern im Dorf) zusammengenäht und mit einer Luftblase zum Aufpumpen versehen. Die Bälle wurden während eines Spiels, vor allem bei Regenwetter immer schwerer, da sich das Leder voll Wasser sog.
 
Die Stelle im Außenleder, an der die Luftblase hinein gesteckt wurde, wurde mit einem Schuhriemen (Schnürsenkel) verschlossen. Dieser hinterließ bei Kopfbällen oft tiefe Striemen in der Stirn.
  Die Bälle gingen häufig kaputt. Entweder wurde die Luftblase undicht oder die Nähte hielten nicht. Dann musste der Ball zum örtlichen Schuster in die Reparatur gebracht werden. Was den Verein natürlich immer wieder Geld kostete, das er eigentlich nicht hatte.
  In Röllshausen muss die Qualität der Fußbälle auch nicht besonders gut gewesen sein, so dass sich ein Besucher aus den USA – ein ausgewanderter Onkel der Familie Claus Schade, im Jahr 1925 veranlasst sah, einen Fußball nach Röllshausen in Deutschland an seine Neffen zu senden, die aktiv beim TuSpo Röllshausen spielten.
In einem Begleitbrief vom „30. May 1925 aus New York“   schrieb er unter anderen:
(…) „Lieber Johannes und Claus für euch beide habe ich einen schönen Fußball mitgeschickt, da werdet ihr euch wohl freuen dazu, ich habe 5 Dollar dafür bezahlt, das sind die besten, wo es gibt, hoffentlich habt ihr viel Spaß damit“ (…)
Der Orginalbrief  war in deutscher Schrift (Sütterlin) geschrieben, wie oben im Bild zu sehen. (Foto K.Selentschik)


Quelle:rsk/TuSpo Vorstand